Theatergruppe in Trier



Fünf Mitglieder der (S)innfluence your World Theatergruppe trafen vom 29. Oktober bis zum 1. November 2021 in Trier. Jörg Lentzen, Eupener Theaterpädagoge und Tomke Lask vom IDP waren natürlich ebenso dabei, wie das Dokumentarfilm-Team unter der Regie von Hans-Erich Viet, der von Kameramann Thomas Keller und Tonmann Konrad Keller unterstützt wurde.

Während des Treffens suchten die Nachwuchsschauspieler*innen nach Wegen, wie sie große Emotionen nicht nur nachspielen, sonders sie selbst erleben konnten, damit sie auf der Bühne dann authentisch wirken. Gerade Wut, Trauer und Angst sind nicht so einfach darzustellen, wenn man diese Gefühle noch nicht wirklich richtig erlebt hat.
Deshalb fährt nun eine kleine Delegation zusammen mit Tomke und Jörg zum wohl letzten Prozess gegen einen SS-Wachmann aus dem KZ Sachsenhausen, der zur Zeit in Brandenburg stattfindet. In Vorbereitung darauf recherchieren die Jugendlichen über Ostbelgier*innen und Luxemburger*innen, die von den Nazis nach Sachsenhausen deportiert wurden. Als ersten Einstieg haben die jungen und junggebliebenen Sinnfluencer*innen in Trier  gemeinsam mit Hans-Erich Viets Film Der letzte Jolly Boy, über Leon Schwarzbaum, einen Auschwitzüberlebenden, gesehen und  darüber diskutiert und reflektiert.

In Brandenburg werden die jungen Sinnfluencer*innen zwar nicht den Angeklagten, dafür jedoch dessen Rechtswalt und die Pressesprecherin des Gerichts interviewen. Außerdem werden sie auch einen Prozesstag mit durchleben. Keine leichte Kost, aber alle, die mitfahren, wollten immer schon mehr über die Zeit im Nationalsozialismus erfahren und sind darauf vorbereitet an der Trauer, Wut und den wiedererlebten Ängsten der Nebenkläger*innen im Prozess Anteil zu nehmen. Zurück im Erasmus+-Projekt werden sie das Erlebte in eine Erzählstruktur bringen, die es ihnen erlaubt, den Bogen von damals nach heute zu spannen und die beiden anderen Gruppen zu integrieren. Dazu haben sich die Schauspieler*innen auch schon während des Wochenendes mit der Musiker*innengruppe per Zoom ausgetauscht. Der Funke sprang über, und es wurde schon an musikalischen Improvisationen gearbeitet …

Wir sind alle gespannt, wie sich unser Musik- und Politik Projekt weiterentwickelt und freuen uns auf das nächste Zwischentreffen aller drei Gruppen im Februar 2022 in Lontzen!

[Fotos: Tomke Lask]