Konsensverschiebung

Konsensverschiebungen

Eine Komposition von Wolfgang Delnui über Rechtsruck in der europäischen Politik.

Dazu wird gegen Ende des Stücks die Europahymne den Aussagen von rechten Politikern gegenübergestellt.
Die Europahymne wird durch die Elektronik synthetisiert. Die Stimm- und Rauschklänge, die der Sänger während der Aufführung produziert, werden aufgezeichnet, miteinander kombiniert und – durch die Elektronik – verräumlicht.
Die Zitate der Politiker werden durch die Sprachausgabe eines Computers vorgetragen. Erst sind sie noch unverständlich und fragmentarisch, aber genau wie die Ode an die Freude, gewinnen sie im Laufe der Komposition an Deutlichkeit.
Abspielort der politischen Zitate ist ein Lautsprecher, der neben dem Sänger auf der Bühne postiert ist. Dieser Lautsprecher – zu Beginn – stumm und im Dunklen, beginnt im Laufe des Stücks Fragmente des Sängers abzuspielen. Er wird zum Gefährten des Sängers und durch ihn akustisch genährt. Allerdings verselbstständigt er sich nach und nach, um die Zitate zu senden. Diese Lautsprecherperson, wird also sozusagen durch den Sänger geschaffen. Ob es der, den Werten der Europahymne verpflichtete Sänger ist, der der Lautsprecherperson die rechte Gesinnung einimpft, bleibt offen.

Im vergangenen Oktober wurde das Musikstück „Konsensverschiebung“ im Alten Schlachthof verfilmt. Es wurde zur weiteren Nutzung dieses 25-minütigen Films vom IDP ein Arbeitsheft entwickelt, das nicht nur musischen Fächern erlaubt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Film wird ab 2022 fester Bestandteil des Programm des IDP für Schulen, aber auch für außerschulische Organisationen sein. Eine Uraufführung des Films steht bald an.