FILME

François (Rik) Wolgarten

Belgier, Widerstandskämpfer, Antifaschist


Ein Dokumentarfilm, der anhand von einem mehr als acht Stunden dauernden lebensgeschichtlichen Interviews mit einem der wenigen noch lebenden Zeitzeugen François Wolgarten aus Welkenraedt, geschnitten wurde. Bei der Erstellung dieses Interviewmaterials ging es in erster Linie darum, beispielhaft Zeugnis des Wirkens dieses Patrioten, sein Eintreten gegen Nationalsozialismus, Besatzung und Barbarei der Nachwelt zu erhalten.

Basierend auf einigen beispielhaften Interviewausschnitten und untermalt mit vielen zeitgenössischen Fotografien und Dokumenten ist ein Film entstanden, der das Leben und Wirken von François Wolgarten in mehr als achtzig Jahre Zeitgeschichte einordnet.

Charles Dekeyser

„Ich hab‘ Glück gehabt, wie man es kaum beschreiben kann“


Dokumentarfilm von Dr. Herbert Ruland, GrenzGeschichteDG, Eupen 2007
Technische Realisation: Kamerateam St. Vith

Charles Dekeyser, in flämischer Zivilarbeiter, übersteht Gestapo- und KZ Haft.
Der Film geht den Lebensabschnitten, fast immer an den Originalschauplätzen nach. Der 1921 geborene Charles wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen im flämischen Torhout auf. Nach der Besetzung 1940, als alle Familienmitglieder arbeitslos wurden, meldete er sich als ältester Sohn und auf Anraten seines Vaters „freiwillig“ zur Arbeit nach Deutschland, um die Familie vor dem Nichts zu bewahren. 1943 wurde er, wegen Sabotagevorwurfs und „politischer Bedrohung“, von der Gestapo verhaftet und zunächst in das KZ Flossenbürg, dann im Juni 1944 in das KZ Sachsenhausen überstellt.

Am 21. April 1945, als das Lager Sachsenhausen geräumt wurde, musste Charles, zusammen mit vielen anderen Häftlingen auf den Todesmarsch Richtung Ostsee, den viele durch SS-Terror und Entkräftung nicht überlebten und der für Charles erst mit der Befreiung durch die Sowjetarmee am 5. Mai 1945 endete.

Charles berichtete bis 1990 nie über seine Erlebnisse. Erst als er in einem Nachbardorf eine Ausstellung über das KZ Sachsenhausen, Schicksalsort vieler Belgier aus dem von Deutschland 1940 annektierten Gebiet von Eupen-Malmedy-Moresnet, besuchte und er mit der eigenen Geschichte, konfrontiert wurde, begann er mit der Aufarbeitung.

Helmut Clahsen

“Von Schutzengeln auf zwei Beinen und Verrätern in der eigenen Familie – Ein jüdisches Kind überlebt den NS-Terror“


Helmut Clahsen wurde 1931 in Aachen geboren. Seine Mutter war Jüdin und wurde bereits 1939 wegen einer angeblichen Tuberkuloseerkrankung von den Nazis ermordet. 

Um zu überleben wurde Helmut zusammen mit seinem kleineren Bruder und 64 anderen verfolgten Kindern 1944 im Kloster Völkerich im belgischen Gemmenich versteckt. Bei Gefahr im Verzug – Razzien der Nazis und Ähnlichem – wurden die Kinder zu vertrauensvollen Menschen in der Nachbarschaft gebracht. Um Helfer und Kinder zu schützen war strengste Vertraulichkeit angesagt: so kannten die Kinder nie die wirklichen Namen ihrer Wirtsleute.

2004 veröffentlichte Helmut Clahsen sein Werk „Mama was ist ein Judenbalg“, in dem er seine jüdische Kindheit im Grenzland beschreibt. Mittlerweile wurden über 35.000 Exemplare dieses regionalen Bestsellers verkauft.

Ein Film von Dr. Herbert Ruland in Zusammenarbeit mit Kamerateam St. Vith